Dorfkirche

Kirche (65990 bytes)Die Dorfkirche in Hämerten ist ein für die Altmark charakteristischer romanischer Feldsteinbau. Der Turm steht nicht, wie sonst üblich, auf der Westseite, sondern auf der Ostseite. Sie gehört deshalb zu den 7 "verkehrten" Kirchen der Altmark. Altarraum und Chor mit Apsis befinden sich in dieser Kirche auch im Osten. Das Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert ist die älteste und zugleich reizvollste Chorturmkirche der altmärkischen Region. Der Glockenturm, der etwa einen Meter über dem Dachansatz von einem Viereck in ein Achteck überführt wird und an den sich eine kleine, durch einen Kreuzbogenfries auf Konsölchen verzierte Apsis anschließt, ist ein ganz besonderer Schmuck.

Die starken Mauern, weit vom Boden entfernte kleine Rundbogenfenster und kleine Türöffnungen weisen darauf hin, daß es sich um eine sogenannte Wehrkirche handelt, in die sich die christliche Bevölkerung zurückziehen konnte, wenn Angriffe heidnischer Völker (Wenden) aus den ostelbischen Gebieten drohten und von woaus auch eine Verteidigung möglich war. Der Verteidigung diente auch die aus Feldsteinen errichtete Friedhofsmauer.

Besondere Ausstattungstücke der Kirche waren ein Taufstein aus dem Jahre 1450, der zur Jahrhundertwende durch einen neuen ersetzt wurde und leider verloren ging, sowie eine Glocke vom Michaelsmeister aus dem Jahre 1471, die in den letzten Kriegstagen 1945 durch Beschuß zerstört wurde, deren Bruchstücke aber fur den Neuguß der jetzigen Glocke durch den Glockenmeister Schilling in Apolda im Jahre 1948 Verwendung fanden.

Erbauer der Kirche soll ein Mitglied der Familie Buchholz gewesen sein. Patrone waren die von Itzenplitz auf Jerchel und die Stadt Stendal.

 

 

In den Jahren 1988-1990 wurde die Kirche außen, vor allem durch die tatkräftige Hilfe vieler Hämerter Bürger und durch Spenden des nach Schweden ausgewanderten Arthur Zirnsack (Wetterfahne und Schindelholz für das Turmdach), sorgsam und liebevoll restauriert.

1993 erfolgte die Dachneueindeckung des Kircheschiffes. Leider unterließ es die heute nicht mehr existierende Firma, die Kirche oder die Gemeindemitglieder darauf aufmerksam zu machen, dass auch der Dachstuhl einer Sanierung bedarf. Im Jahre 2001 sollte im Zuge der Renovierungsarbeiten im Inneren der Kirche zunächst die Erneuerung der Holzdecke erfolgen. Bei den Arbeiten stellte sich allerdings heraus, dass einige der großen Querbalken völlig marode sind und ausgewechselt werden müssen. Weitere Informationen hier.



Im Jahre 1999 erhielt die Kirche eine neue Uhr.